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Die EINE Frage im Coaching, die mir die Ängste bezüglich der Einschulung meiner Tochter genommen hat

Aktualisiert: 2. März 2023



Am Samstag ist bei uns der große Tag. Meine Tochter wird eingeschult. Und wie wahrscheinlich alle Eltern haben auch wir uns schon im Vorfeld viele Gedanken dazu gemacht: Wie wird sich unser Familienalltag verändern? Wie wird unsere Tochter in der Schule zurechtkommen? Wird sie Freunde finden? Wird sie die Hausaufgaben gerne machen? Wird sie gut mitkommen in der Schule? Wird sie Spaß am Lernen haben? Oder kann es gar sein, dass sie dort geärgert wird? Dass sie ungern zur Schule geht und sich jeden Tag quält? Das Gedankenkarussell von uns Eltern dreht sich. Und es sind viele Gedanken dabei, die uns quälen und uns Sorgen bereiten. Teilweise auch schon bzgl. einer viel späteren Zukunft. Was ist, wenn mein Kind nicht schlau genug ist und nicht aufs Gymnasium kommt? Dann hängt es nachher nur mit Kindern ab, die keine Perspektive sehen und gerät auf die schiefe Bahn. Und dann macht es keine Ausbildung und lebt von Sozialhilfe…


STOP! Es ist ja erst mal nur die Einschulung. Noch mal zurück zum Anfang.


Wir leben in Niedersachsen, kommen aber ursprünglich aus Hamburg. Wir kennen es aus Hamburg, dass es dort eine Vorschule gibt. Teilweise findet die Vorschule sogar schon in der Schule statt und es gab auch eine Vorschul-Einschulung. Wir hatten das Gefühl, dass die Kinder dort schon richtig lernen und gut auf die Schule vorbereitet werden. Bei uns in Niedersachsen findet die Vorschule „nur“ (Achtung unsere Bewertung) in der Kita statt und in unserer Kita auch „nur“ (Achtung wieder unsere Bewertung) einmal die Woche für 1,5 Stunden. Wir fanden das echt wenig. Vor allem im Vergleich zu den Hamburger Vorschülern, die ja quasi jeden Tag Vorschulsachen machen. Hinzu kommt auch noch, dass wir in der Coronazeit waren und dadurch die Vorschule öfter ausfiel und generell keine Ausflüge gemacht wurden. Unsere Sorgen wurden also größer: Ob unsere Tochter gut genug für die Schule vorbereitet ist? Denn generell hat unsere Tochter ja auch bestimmt mind. ein, wenn nicht sogar zwei Kita-Jahr(e) durch Corona verloren.


Ich habe mich also zu dem Thema coachen lassen, da es irgendwie eine Unruhe in mir ausgelöst hat. Ich habe von meinen Ängsten, Sorgen und Gedanken erzählt. Ich hatte auch erwähnt, dass ich generell das Gefühl habe, dass meine Tochter in der Kita wenig gefördert wird. Und dann stellte mir mein Coach die EINE Frage, die alles in mir veränderte. Auf die ich in meinem inneren Dialog mit mir selbst noch nicht gekommen bin. Und dass obwohl ich ja selbst Coach bin und viele Fragen kenne. Ich bin nicht auf diese Frage gekommen, weil ich in dem Thema selbst zu tief drin steckte und sich meine Gedanken im Kreis drehten. Weil mein Mann und meine Freunde meine Ängste und Sorgen verstanden und sie unbewusst dadurch sogar verstärkt oder zumindest gefestigt haben. Sie haben sich teilweise mit aufgeregt, was mir zwar in dem Moment gutgetan hat, aber mir letztendlich meine Sorgen und Gedanken nicht nehmen konnte.


Und dann stellte mir mein Coach diese EINE Frage: „Was denkt denn Deine Tochter?“

Rummms. Das hatte gesessen! Hey, es ging um meine Tochter. Was denkt sie denn eigentlich selbst darüber? Also erst mal, ging sie gerne in die Kita. Sie möchte später sogar Erzieherin werden. Hm…dann scheint ihr das ja wirklich dort zu gefallen. Meine Tochter freut sich auch auf die Schule, weiß aber nicht so genau, was sie da erwartet. Ja, aber ich ja eigentlich auch nicht. Ich weiß vielleicht theoretisch wie Schule abläuft, aber wie sich die Schüler nachher untereinander verstehen, wie die Lehrerin ihre Inhalte vermittelt und welche Sorgen nachher meine Tochter mit nach Hause bringt, weiß ich auch nicht. Momentan existieren meine Ängste und Sorgen nur in meinem Kopf, sie sind (noch) nicht real, sie sind in meiner Fantasie. Es kann so eintreffen, muss es aber nicht. Ist es nicht besser, da genauso unvoreingenommen ranzugehen wie unsere Kinder? Und falls etwas eintritt, was wir als nicht so schön, traurig oder doof empfinden, dann können wir uns ja immer noch Gedanken darüber machen. Und dann werden wir auch Lösungen dafür finden. Aber wenn das nicht eintritt, dann wäre es doch ärgerlich gewesen, sich Wochen, Monate oder gar Jahre unnötig damit belastet zu haben, oder?


„Unsere wahre Aufgabe ist es, glücklich zu sein“, sagte der Dalai Lama. Und wir Eltern wünschen uns nichts mehr, als dass unsere Kinder wirklich glücklich sind. Viele glauben, dass das individuell empfundene Glück von äußeren Faktoren wie Besitz, Erfolg oder Status abhängt. Aber wissenschaftliche Studien belegen, dass Glück oder Unglück zum überwiegenden Teil davon abhängig sind, wie man seine Welt wahrnimmt und beurteilt. Und hierbei können wir unserem Kind helfen. Wir als Eltern können unser Kind dabei unterstützen, sich und seine Lebensumstände positiv(er) zu sehen. Wir können unserem Kind dabei helfen, sich selbst und seinen Fähigkeiten zu vertrauen, auf seine Bedürfnisse zu achten, seine Gefühle zu zeigen und Fehler als Chancen zur Weiterentwicklung zu sehen. Wenn wir als Eltern also mit ganz vielen Sorgen und Ängsten auf seine Zukunft blicken, wie wird sich das dann wohl auf unser Kind auswirken? Erzeugt das dann nicht auch Ängste und vor allem großen Druck auf das Kind? Das Beste, was ich also meinem Kind mit zur Einschulung auf den Weg geben kann, ist Vertrauen in die Zukunft und in sich selbst zu haben. Entweder es wird gut…und wenn nicht, dann werden wir schon eine Lösung finden. Aber nicht jetzt. Sondern erst dann.


Gerade beobachte ich meine Tochter im Garten. Sie zieht sich selbstständig aus und schlüpft in ihren Badeanzug. Sie cremt sich selbst mit Sonnencreme ein und springt in den Pool. Vergnügt rutscht sie die kleine Rutsche im Pool runter. Immer wieder und immer wilder. Danach zieht sie ihren Badeanzug aus und trocknet sich ab. Dann fragt sie mich, ob sie sich ein Eis holen darf. Sie darf. Sie läuft in die Küche und sucht sich ein Eis aus. Sie macht das Papier ab schmeißt es auf den Boden (ok, sie ist nun mal ein Kind😊). Zufrieden lutscht sie an ihrem Eis und ich denke mir, sie kann schon sehr viel und ist in vielen Dingen recht selbstständig. Sie wird schon in der Schule zurechtkommen. Ich habe Vertrauen. In meine Tochter. In mich. In die Zukunft.


Nicole Heinecke, Empowerment Coach für Working Moms

25.08.2022





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